AStA für Alle – Uni für Alle!

AStA für Alle – Uni für Alle!

Vom 12. bis zum 16.06.2017 finden an der Uni Bremen Gremienwahlen statt: Wir Studierenden bestimmen dabei den Studierendenrat (SR), der zum Beispiel den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) wählt. Wir von der hochschulpolitischen Liste „AStA für Alle“ (AfA) kandidieren dafür auf Liste 12. Daneben werden die vier Plätze für Studierende im Akademischen Senat (AS), dem höchsten beschlussfassenden Gremium der Uni, neu gewählt. Hier stehen wir auf Liste 2 zur Wahl.

Wir von AfA setzen uns für eine progressive, linke Hochschulpolitik an der Uni Bremen ein:

Selbstbestimmtes Studium

Wir fordern eine geregelte Abschaffung der Anwesenheitspflicht. Wir wollen uns nicht vorschreiben lassen, wie wir unser Studium organisieren. Zwischen physischer Anwesenheit und bestandenen Prüfungsleistungen sehen wir keinen zwingenden Zusammenhang. Uns Studierenden ist zuzutrauen selbst entscheiden zu können, was wir lernen wollen, wie wir lernen wollen und wie viel Zeit wir für unser Studium brauchen.

Ein weiteres, für uns Studierende zentrales Thema sind Prüfungen: Jedes Semester aufs Neue sorgen sie bei vielen für Stress und Druck, erst recht steigenden Prüfungsversuchen. Aktuell zeichnen sich zwar sich einige, kleine Lockerungen der Prüfungsregelungen ab, wie eine ausgedehntere Abmeldungsfrist zu Prüfungen. Diese sind allerdings erstens noch nicht beschlossen und können zweitens aus unserer Sicht keine langfristige Lösung sein. Statt einer Prüfungsordnung, die individuelle Lebensumstände in starre Fristen zwängt, fordern wir auch weiterhin eine unbegrenzte Anzahl an Prüfungsversuchen. Wer eine Prüfungsleistung nicht besteht, soll nur deswegen nicht mehr zwangsexmatrikuliert werden dürfen.

Lern- und Lebensraum Uni

Die Uni ist für uns keine Lernfabrik, sondern eine der Säulen für gesellschaftlichen Fortschritt. Studierende sollten daher sich schon während ihres Studiums an Forschungsvorhaben beteiligen und eigene Ideen einbringen können. Für eine freie Lehre und Forschung benötigt es unserer Meinung nach eine solide Grundfinanzierung der Universität durch den Bund und das Land. So kann Wissenschaft auf gesamtgesellschaftliche Verantwortung und Erkenntniserwerb abzielen, statt privatwirtschaftlichen Interessen unterworfen zu sein.

Kein neues, aber immer drängenderes Thema ist der Mangel an Lehr- und Lernräumen. AfA kritisiert diesen Zustand schon seit Jahren: Wir fordern zum einen, dass die Universitätsleitung nicht nur neue Gebäude für einzelne Forschungsinstitute, sondern für alle Studierende nutzbare Lehr- und Lernräume baut. Zum anderen sehen wir aber auch Spielraum bei den vorhandenen Räumlichkeiten des Campus. Zentral ist dabei die Mensa am Boulevard. Diese bietet viel Platz zum Arbeiten und Lernen und sollte dafür außerhalb der Essenszeiten zur Verfügung stehen. So könnte die nicht nur in der Prüfungszeit angespannte Raumsituation ohne zusätzliche finanzielle Investition gelockert werden. Ebenfalls dazu gehört für uns besseres, flächendeckendes W-LAN in der Mensa, aber auch auf dem ganzen Campus.

Mehr Raum für alle muss nicht zwingend nur innerhalb der Uni-Gebäude geschaffen werden, z.B. durch Außenarbeitsplätze mit Platz für den Laptop und Bücher oder einen AußenAudimax.

Gebührenfreies Studium

Der Verwaltungskostenbeitrag beträgt derzeit 50€, im kommenden WiSe sogar 62€. Für uns ist dieser Beitrag ist eine versteckte Studiengebühr. Wir setzen uns daher dafür ein, eine Erhöhung des Verwaltungskostenbeitrags zu verhindern und diese Gebühr langfristig abzuschaffen.

Kaum jemand kommt ohne Lesen durch ihr*sein Studium. Stehen in der Bibliothek dann nur wenige Exemplare, lässt sich häufig der Kauf eines eigenen Buches nicht vermeiden. Doch studienrelevante Literatur ist oft teuer und kann somit für Studierende zum finanziellen Problem werden. Eine Lösung sehen wir deshalb in einer massiven Ausweitung des Online-Angebotes durch die Universität.

Daneben sind besonders die Kosten des Semestertickets in den letzten zehn Jahren stark gestiegen, um mehr als das Doppelte. Für uns ist Mobilität als eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Studium, weshalb wir auch weiterhin an dem prinzipiellen Konzept eines Semestertickets festhalten. Das schließt aber keineswegs den Versuch aus, in Verhandlungen mit den örtlichen Verkehrsbetrieben mindestens weitere Preisanstiege zu verhindern. Eine Vernetzung mit ASten in Niedersachsen könnte dabei die unsere Position gegenüber den Verkehrsbetrieben zu stärken. Die Uni Bremen behauptet, viel Wert auf Internationalität zu legen. Wer einen solchen Standpunkt vertritt, kann aber nicht bis zu 160€ für einen Sprachkurs von uns Studierenden fordern! Wir setzen uns daher langfristig für kostenlose Sprachkurse ein.

Studentisches Wohnen und Leben

Wohnst du noch oder lebst du schon? Damit studentisches Wohnen bezahlbar bleibt, setzen wir uns für mehr öffentlichen Wohnraum zentral und direkt am Campus statt privat betriebener Residenzen ein. Den geplanten Neubau von Wohneinheiten durch das Studierendenwerk begrüßen wir zwar und werden ihn kritisch begleiten. Allerdings werden diese neuen Unterkünfte erst in einigen Jahren fertig, lösen die aktuelle Situation also nicht.

Ein leerer Bauch studiert nicht gern. Das vegetarische und vor allem das vegane Angebot in der Mensa sind preislich immer noch unzureichend und nicht sonderlich abwechslungsreich. Wir fordern daher an allen Mensastandorten der Uni subventioniertes Essen, das den verschiedenen Bedürfnissen aller entgegenkommt. Dabei setzen wir uns auch für eine Versorgung der dezentralen, nicht direkt am Boulevard gelegene Bereiche des Campus ein.

Die psychologisch-therapeutische Beratungsstelle (ptb) des Studierendenwerks stellt eine zentrale Anlaufstelle bei verschiedensten Problemen dar. Der Bedarf ist in den letzten Jahren gestiegen. Dennoch mangelt es an Mitarbeiter*innen und sind Angebote von Streichungen bedroht. Lange Wartezeiten sind keine Ausnahme und sorgen für Stress und Frust. Damit jede*r die nötige Unterstützung erhält, muss aus unserer Sicht das bestehende Angebot der ptb erhalten und erweitert werden!

Viele von uns arbeiten als studentische Hilfskräfte und halten den universitären Betrieb mit am Laufen. Kurze Vertragslaufzeiten und ein Stundenlohn nur in Mindestlohnhöhe erschweren dabei eine sichere finanzielle Planung erhöhen so den Druck auf uns Studierende.

Zudem sind die Aufgaben und der Umfang der Beschäftigung oftmals nur unklar geregelt. Beispielsweise bei Tutor*innen entsprechen die vereinbarten und somit bezahlten Stunden zum Teil nicht den für den Umfang der Aufgaben tatsächlich benötigten. In solchen Fällen liegt der reale Stundenlohn also unter dem Mindestlohn! Wir wollen uns deswegen endlich für die studentischen Hilfskräfte einsetzen und fordern eine den Aufgaben angemessene Bezahlung. An der TU Berlin bspw. erhalten studentische Hilfskräfte 10,98€ pro Stunde nach Tarifvertrag! Warum sollte eine ähnliche Regelung an der Uni Bremen nicht auch funktionieren? Weiterhin werden wir uns für eine Laufzeit der Arbeitsverhältnisse von mindestens einem Semester einsetzen, die uns Studierenden eine bessere Planungssicherheit erlauben soll. Unterschreitungen sollten nur auf ausdrücklichen Wunsch des*der Studierenden. Wir fordern eine transparente und klare Regelung für das Arbeitsverhältnis von studentischen Hilfekräften!

Eine Uni für alle heißt Chancengleichheit

Chancengleichheit bedeutet für uns eine umfassende Barrierefreiheit, die über Fahrstühle und Rampen hinausgeht und niemanden aufgrund von Behinderung oder chronischer Krankheiten benachteiligt. Deshalb fordern wir zum einen die Instandsetzung und -haltung bestehender barriereüberwindender Maßnahmen sowie ein barrierefreies Sicherheitskonzept in der Universität. Zum anderen fordern wir im Hinblick auf Studierende mit Familie, zu pflegenden Angehörigen und beruflichen Verpflichtungen, dass sich die Realität des Studiums an die Lebensrealität der Studierenden anpasst. Wir fordern wir ausreichend kostenfreie KiTa-Plätze an der Uni.

Kritisch betrachten wir von AfA die Auswahl im Rahmen des Hochschulzugangs. Elitäre Hochschulzugangsberechtigungen, wie den Numerus Clausus (N.C.) lehnen wir ab, auch beim Zugang zu Master-Studiengängen. Neben mehr Plätzen in bestehenden Masterstudiengängen fordern wir die Ausweitung des Angebots und die gleichwertige und schnelle Anerkennung alternativer Hochschulzugangsberechtigungen.

Laut ihrer eigenen Ziele will die Uni Bremen die Diversität fördern. Beim Blick auf die aktuelle Besetzung höherer Positionen ist von dieser gewünschten größeren Vielfalt in vielen Fachbereichen nicht viel zu sehen. So bilden z.B. Frauen* unter den Professor*innen noch eine klare Minderheit wie Physik und Elektrotechnik sowie Rechtswissenschaften. Selbst das fünfköpfige Rektorat stellt mit nur einem weiblichen* Mitglied kein positives Beispiel dar. Auch andere gesellschaftliche Gruppen sind in höheren Positionen deutlich unterrepräsentiert und spiegeln immer noch ein Jahrzehnte altes Gesellschaftsbild wieder! Insbesondere bei der Besetzung der Lehrstühle muss daher zukünftig endlich Rücksicht auf eine größere Vielfalt genommen werden. So werden ebenfalls die kritische Auseinandersetzung und damit auch die Qualität der Lehre gefördert.

Wir setzen uns dafür ein, sich alle an der Uni respektiert fühlen und lehnen jegliche Art von Diskriminierung, Rassismus und Sexismus ab. Daher können wir nicht nachvollziehen, wieso immer noch Hochschulwerbung mit sexistischen und diskriminierenden Inhalten auf dem Campus zu finden ist. Die Deutsche Hochschulwerbung (DHW) wirbt u.a. für Glücksspiel wie Sportwetten an der Uni Bremen. Wir sprechen uns klar gegen diesen Trend der Hochschulkommerzialisierung und gegen die Zusammenarbeit mit der DHW aus und fordern, die Uni werbefrei zu halten.

Studium bedeutet für uns mehr als nur Prüfungsvorbereitung. Die Universität keine Lernfabrik, sondern ein Ort (inter)kulturellen Lebens. Besonders unter der Woche fehlt es an Kulturangeboten direkt am Campus. Diese Lücke darf nicht durch kommerzielle Anbieter*innen durch Veranstaltungen wie der extern organisierten Mensaparty oder dem Red-Bull-Bandcontest gefüllt werden. Vielmehr sollten wir Studierenden diesen Ort selbst gestalten. Daher setzen wir uns für Schaffung eines eigenen Kulturreferats im AStA ein, das uns Studierende dabei unterstützt, den kulturellen Raum an der Uni zurückzuerobern!

Studentische Mitbestimmung

Die Studiengangsausschüsse (Stugen) sind für alle Studierenden der Uni Bremen die ersten Ansprechpartner* innen, wenn es Stress im Studium gibt. Da sie direkt auf Studiengangsebene angesiedelt sind, haben sie einen besseren Überblick über die Geschehnisse im Fachbereich. Außerdem wollen wir uns sowohl auf Fachbereichsebene als auch uniweit für mehr studentische Mitbestimmung einsetzen.

Durch undurchsichtige und undemokratische Verhältnisse in beschlussfassenden Gremien wird die Beteiligung auf den verschiedenen Entscheidungsebenen der Uni allerdings immer wieder erschwert. Wir fordern daher: Gremien, die sich mit der Gestaltung des Studiums beschäftigen, müssen demokratischer, transparenter und studierendenfreundlicher werden.

Der mit Abstand größten Statusgruppe der Uni, den Studierenden, muss die Möglichkeit gegeben werden, sich aktiv an der Gestaltung der Uni zu beteiligen. Das bedeutet auch, dass die Fachbereiche die Gremienzeit – also eine Zeit, in der keine Lehre stattfindet, sondern die Studierenden die Möglichkeit haben, Gremienarbeit zu leisten – wieder frei von Veranstaltungen machen müssen.

AfA wirkt – im AStA und in der Opposition

Bereits in den vergangenen Jahren haben wir uns für studentische Belange eingesetzt und einige Erfolge erzielt. So konnten wir in unserer Zeit im AStA von 2010 bis 2014 z.B. das AStA-Kinderland ausbauen, die Prüfungsvorleistungen abschaffen, den für Studierende kostenfreien Ausweis für die Stadtbibliothek aushandeln sowie das Projekt „Wohnen für Hilfe“ nach Bremen geholt. Selbst in den letzten Jahren konnten wir aus der Opposition für euch wirken. Beim Büchertrödel in diesem Frühjahr verkauften wir für euch um eure alten Lehrbücher. Des Weiteren kritisierten wir wiederholt die mangelhafte Transparenz des aktuellen AStAs u.a. bei zu spät oder nicht veröffentlichten Protokollen von SRSitzungen.

Eine Uni für Alle gibt’s nur mit AStA für Alle!

Wir setzen uns für die Interessen aller Studierenden ein! Deshalb vom 12. bis 16. Juni Liste 12 in SR und Liste 2 AS wählen! Im pdf-Format könnt ihr euch unser Programm noch einmal hier durchlesen – dort werden auch unsere Kandidierenden kurz vorgestellt.